Samstag, 1. April 2006

WIR SIND UMGEZOGEN

http://www.generation-praktikum.de/mod/resource/view.php?id=77

Mittwoch, 29. März 2006

Revolution! Oder?

Nachdem sich in letzter Zeit immer mehr Medien fragen, ob das Phänomen "Generation Praktikum" vielleicht von ihnen selbst etwas überzeichnet wurde, demonstrieren streiken performen in Berlin, Paris, Brüssel und Wien die vermeintlichen Mitglieder Mitleider der Generation P - mit weißen Masken, um die Gesichtslosigkeit von ständig wechselnden Praktikanten zu versinnbildlichen, vor allem aber um "anonym zu bleiben, was den Betroffenen wichtig ist", wie es im Aktionsaufruf des DGB und Fairwork e.V. heißt.

Gerade an einem solch bedeutenden Tag, der eigentlich die Probleme der Generation P in den Blickpunkt der Menschen rücken soll, titelt nun nach der FAZ und der Tageszeitung "Die Welt" auch die taz: "Dauerpraktika selten". Die Tageszeitung stimmt also in den Chor ein, der da singt: "Die Probleme sind überzeichnet, so schlimm ist es ja gar nicht".

Irgendwie ist das schon etwas schade. Mag ja sein, dass es nicht ganz so schlimm aussieht, wie einige Medien berichten. Aber das verstärkte Medieninteresse an der Generation Praktikum damit zu begründen, dass in der Medienbranche besonders viele Dauerpraktikanten zu verzeichnen sind, ist problematisch.

Selbst, wenn die Probleme überzeichnet wurden und in dieser Art vielleicht nur in einigen Branchen zu beobachten sind, ist klar: Der Berufseinstieg für (Jung-)Akademiker ist schwerer geworden in den letzten Jahren. Und das ist ein Problem, das weitreichende Folgen hat, diskutiert, aber vor allem gelöst werden muss.

Außerdem ist es inkonsequent, liebe taz, zunächst mit horrenden Zahlen um sich zu werfen:
"900.000 gehören der verlorenen Generation P in Deutschland an, 800.000 in Frankreich"

... diese dann wieder (in einem anderen Artikel) herunterzuschrauben:
"400.000 Praktikanten"

und dann ein paar Tage später die Generation Praktikum als gemachtes Phänomen hinzustellen:
"Dauerpraktika selten".

Nochmal: Die Zahl der absolvierten Praktika nach Studienabschluss hat zugenommen (nachzulesen z.B. hier oder hier). Der Berufseinstieg für Jung-Akademiker ist schwieriger geworden: immer schwieriger wird es, mit den Aussichten auf einen festen Arbeitsplatz. Damit sinkt die Sicherheit, die Planbarkeit der Zukunft, die Chance auf Familiengründung und Nachwuchs (nachzulesen z.B. hier).

In einer solchen Situation ist es nur richtig, aufzustehen und zu protestieren.

Generation Pratikum im deutschen Bundestag

Am 27. März fand im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages eine Tagung mit dem Titel "Generation Praktikum - Vom Hörsaal in die Warteschleife?" statt. Die Veranstalter: SPD-Fraktion. Die Teilnehmer: Ulla Burchardt (MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung), Dr. Ernst Dieter Rossmann (MdB, Stellv. Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung), Willi Brase (MdB, Berichterstatter für berufliche Bildung), Björn Böhning
(Juso-Bundesvorsitzender und Mitautor der DGB-Studie "Praktika von Hochschulabsolventen"), Christian Kühbauch (DGB-Jugend), Nikola Richter (Autorin des Buchs "Die Lebenspraktikanten"), Karl Heinz Minks (HIS) sowie Verterter der Bundesagentur für Arbeit, Marcus Lippold (Lexta Consultants Group) und Martina Perreng (Abt. Arbeits- und Sozialrecht beim DGB-Bundesvorstand).

Bei der SPD scheint das Problemfeld der Generation Praktikum angekommen zu sein. Von anderen Parteien ist leider noch relativ wenig zum Thema "Generation Praktikum" zu hören:
Die Grünen planen eine Anhörung zum Thema. Von der CDU/CSU und der FDP oder anderen Parteien hört man bisher nichts zur Generation Praktikum.

Aber selbst bei der SPD-Fraktion (zur Erinnerung: Veranstalter der Tagung) scheint man sich nicht ganz einige zu sein, ob das Thema denn nun wichtig ist - oder besser gesagt: Ob die Politik nun einschreiten soll oder nicht.

Bei der Tagung war man sich laut taz-Bericht zwar einig, dass die Politik einschreiten müsse:
Der Bildungsausschuss präsentiert neun Punkte gegen die Entstehung eines "Praktikanten-Arbeitsmarktes" als Billiglohnsektor, die sich auf drei Maßnahmen verengen: Praktika sollen zeitlich begrenzt sein, angemessen entlohnt werden und dem Erweb von Qualifikationen dienen - und sind kein Job-Ersatz.

Anderer Meinung ist der SPD-Abgeordnete Florian Pronold. Auf einer Podiumsdiskussion, veranstaltet vom DBG und dem Verein Fairwork e.V.äußert er, dass die bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen ausreichen und zusätzliche Vorschriften nicht sinnvoll wären. Vielmehr müssten die Praktikanten geltendes Recht einfordern und mehr Selbstbewusstsein entwickeln.

Internationaler Praktikantenstreik

Erst im April letzten Jahres war in der Wochenzeitung Die Zeit der Ruf nach einem Praktikantenboykott laut geworden. Das wäre die einzige Möglichkeit, gegen die Probleme der Generation Praktikum anzukämpfen.
Wörtlich hieß es da:
Das Einzige, was helfen würde, wäre ein Praktikantenboykott: Niemand, der bereits einen Uniabschluss hat, macht noch ein Praktikum. Auch nicht für 800 Euro im Monat.

Nachdem Frankreichs "Generation Precaire" bereits zu einigen Streiks aufgerufen hat, schließen sich jetzt deutsche Initiativen wie der Verein Fairwork e.V. und die DGB-Jugend an und rufen den ersten April 2006 zum Tag des internationalen Praktikantenstreiks aus.

Update III: taz: Praktikantenstreik ist ein guter Anfang, aber...

Update II: Auch der österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) ruft zum "Praktikanten-Aktionstag" auf.

Update I: Hier gibt es ein Info-Blatt der DGB-Jugend zum Aktionstag.

WELT: Generation Praktikum nur "gefühlt"?

In der Tageszeitung "Die Welt" ist dieser Tage der Artikel "Die Angst der Generation Praktikum" erschienen, in dem die beiden Autoren Stefan von Borstel und Joachim Peter davon reden, dass die "Probleme" der Generation Praktikum überwiegend "gefühlte Probleme" seien und die Stimmung der Jungakademiker viel schlechter sei, als ihre tatsächliche Lage. Kurz: Jammern die Jungakademiker zu viel?

Franziska Schreyer, Arbeitsmarktforscherin beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg sagt gegenüber der Zeitung "Die Welt": Von einer ganzen "Generation Praktikum" zu sprechen, sei "übertrieben".

Dies bestätigt auch Karl-Heinz Minks, Projektleiter des Hochschul-Informationssystems (HIS) gegenüber der Tageszeitung "Die Welt": "Es gibt zwar einen Trend zum Praktikum, aber von einem Billiglohnsektor bei Akademikern kann noch nicht die Rede sein." Einzelne Berufsgruppen (...) sind stark betroffen, (...) andere jedoch (...) nicht.

Bis hierher ist das nichts Neues, auch wenn es die Medienberichterstattung vielleicht vermuten lässt, weil man derartige Stimmen in deutschen Medien nicht sehr oft hört. Zum ersten, und bisher einzigen Mal berichtete die FAZ in diese Richtung (bei uns im Blog hier zu finden)

"Die Welt" bringt allerdings ein paar mehr Zahlen:
Laut einer HIS-Studie landen 86 Prozent der Universitäts- und rund 90 Prozent der Fachhochschul-Absolventen unmittelbar nach dem Studienabschluß in einem regulären Arbeitsverhältnis. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern ist zwar auf 4,8 Prozent gestiegen, liegt damit aber nicht einmal halb so hoch wie die Quote insgesamt.

Die Lage der deutschen Akademiker ist also deutlich besser als ihre Stimmung. Die Chance, daß sie als "ewige Praktikanten" enden, sei laut dem Welt-Artikel äußerst gering.

Vor einiger Zeit war die Chance wahrscheinlich noch viel, viel geringer. Denn dass die Zahl von "akademischen Praktikanten" in den letzten Jahren vehement zugenommen hat, zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit:

Im Juni 1999 entschieden sich etwa 3600 der dort betreuten Universitätsabsolventen für ein Praktikum. Im September 2004 waren es 8600..."

Ergo: Die Diskussion um die Generation Praktikum ist durchaus angebracht. Vielleicht sollte das Thema aber nicht ganz so überzeichnet werden.

Viel beängstigender ist für die Autoren des Welt-Textes übrigens u.a. folgendes Szenario:
Jeder vierte hat nicht einmal einen Schulabschluß, viele von ihnen sind Ausländerkinder. Die Chancen dieser jungen Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind gleich Null.

Blick in deutsche Medien

Google-News ist was Feines - auch wenn es viele kritisch betrachten. Hier ein Link zu aktuellen Artikeln, die den Begriff "Generation Praktikum" enthalten (RSS-Feed!).

Samstag, 25. Februar 2006

Österreich: Arbeiterkammer fordert Praktikantengesetz

Dass es die Probleme der Generation Praktikum nicht nur in Deutschland gibt, wissen wir spätestens seitdem die "Generation Precaire" aus Frankreich durch die Presse ging. Jetzt hört man auch aus Österreich ähnliche Probleme. Dort fordert die Arbeiterkammer einheitliche gesetzliche Regelungen für das Pflichtpraktikum (Definition und Erläuterungen zu dem Begriff, wie er in Österreich verwendet wird), wobei folgende Punkte wichtig sind:

+ Ein Praktikum soll als befristetes Arbeitsverhältnis mit Ausbildungselementen definiert werden, wobei der Einsatz von PraktikantInnen entsprechend der Ausbildung in den Schulen erfolgen sollte. Der/die DienstgeberIn von PflichtpraktikantInnen hat dafür zu sorgen, dass der/dem PflichtpraktikantIn die für die entsprechende Berufsausbildung notwendigen Arbeiten zugewiesen werden.
+ PraktikantInnen sollen ein Entgelt erhalten. Wenn kein Kollektivvertrag vorhanden ist, so richtet sich die Höhe des PraktikantInnenentgeltes nach der Vereinbarung im Praktikanten-Arbeitsvertrag (Ortsüblichkeit, d.h., gleiches Entgelt wie Beschäftigte mit gleicher Tätigkeit!). Wenn zwar ein Kollektivvertrag vorhanden ist, aber keine Regelung für PflichtpraktikantInnen, gebührt jedenfalls der Lohn bzw. das Gehalt der niedrigsten Lohn- bzw. Verwendungsgruppe aus dem jeweiligen Kollektivvertrag.
Die Arbeiterkammer rät, vor dem Arbeitsantritt einen Arbeits- oder Praktikantenvertrag zu unterschreiben. Günstig ist in jedem Fall, Aufzeichnungen über Arbeitszeit und Art der Tätigkeiten zu führen. Auch müssen alle, die in den Ferien arbeiten, zur Sozialversicherung angemeldet werden.

Sonntag, 19. Februar 2006

Die Leiden der Medienpraktikanten

Siegfried Weischenberg hat am 16. Februar die Ergebnisse seiner Studie "Journalismus in Deutschland" vorgestellt. Diese belegt deutlich, dass 'Generation Praktikum' in der Medienbranche nicht nur ein Schlagwort ist. Die Studie belegt, dass die 'Bis-39-Jährigen' überdurchschnittlich oft ein Praktikum absolviert haben, bevor sie in den Journalistenberuf eingestiegen sind.

Dass dem so ist, wussten wir zwar schon vorher. Jetzt haben wir den wissenschaftlichen Befund: Medienpraktikanten gibt es viele.

Und sie leiden. Missstände wurden ja bereits mehrmals aufgedeckt.Unter anderem in einer Hausmitteilung von JungeJournalisten.de, oder in einem Artikel im Magazin "M - Menschen machen Medien" (ver.di).

Generation Praktikum goes international

Vom 6. bis 11. Februar machte die "Génération Precaire" in Frankreich mobil: Zu einer Woche der Debatte über die prekäre Situation der Jugend. Auch vor Ort war eine Delegation des Vereins Fairwork e.V., der in Deutschland für einen Mindestlohn im Praktikum, der dem aktuellen ALG II-Satz entspricht, die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen und die Begrenzung der Praktikumsdauer auf höchstens vier Monate kämpft.

Bei dem Treffen wurde, so ist auf den Internetseiten des Vereins zu lesen, eine gemeinsame Homepage aller europäischer Organisationen, die sich gegen die Ausbeutung von Absolventen in Praktika-Verhältnissen engagieren, beschlossen.

Darüber hinaus sei geplant, "mit Interessenvertretungen aus anderen europäischen Ländern eine gemeinsame Demonstration am gleichen Tag zur gleichen Zeit in den jeweiligen Landeshauptstädten zu organisieren".

Ganz nach dem Motto: "Praktikanten aller Länder vereinigt euch!"

Samstag, 11. Februar 2006

Generation Praktikum mal wissenschaftlich (zwischen-)betrachtet

Ausführliche Zwischenergebnisse der Studie „Praktika von Hochschulabsolventen“ der DGB-Jugend mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung liegen vor. Kurz zusammengefasst kommt die Studie zu folgenden Ergebnissen (siehe auch Seite 18-19 der Studie):

Die Anzahl der nach dem Studium absolvierten Praktika scheint zuzunehmen.
Betroffen sind zunehmend auch Absolventen von Studiengängen, die bisher einen problemlosen Übergang in den Arbeitsmarkt garantiert haben, wie z.B. Wirtschaftswissenschaften. Fast die Hälfte der 89 befragten Praktikanten gibt an, hauptsächlich reguläre Tätigkeiten ausgeübt zu haben. Dass diese Zahl nicht repräsentativ ist, wird eingeräumt.
Weiter sagt die Mehrheit der 89 Befragten: Die Entlohnung der Praktikanten steht in einem eklatanten Missverhältnis zur geleisteten Arbeit. Folgerichtig: „Die meisten Praktika von Hochschulabsolventen dienen der Arbeitsvermittlung, weniger der beruflichen Orientierung“ (S.18).
Mehr als ein Drittel der 89 befragten Praktikanten klagt über Arbeitsdruck und Überstunden. Fast die Hälfte bezeichnet ihr Praktikum als „Ausbeutung“.

Aus diesen und einigen anderen „Erkenntnissen“ schließt die Studie, „dass sich ein regelrechter Praktikantenarbeitsmarkt entwickelt hat, durch den reguläre Jobs verdrängt werden“ (S.19).

Eine weitere Studie müsse klären wie viele Absolventen welche Anzahl von Praktika machen, weshalb überdurchschnittlich viele Frauen von Praktikakarrieren betroffen scheinen, inwiefern das Problem regional auftritt, welche Branchen konkret betroffen sind und inwiefern Praktikakarrieren sich negativ auf die individuelle und familiäre Lebensplanung auswirken (Beispiele zu den Auswirkungen in folgenden Berichten: hier und hier).

Auf die Endergebnisse der „Studie“ kann man gespannt sein. Sie sind noch für dieses Jahr angekündigt (mit repräsentativen Zahlen, wie man auf der Internetseite der DGB-Jugend lesen kann).

Mittwoch, 4. Januar 2006

Eine Praktikantin wünscht sich: Liebes Christkind...

Liebes Christkind, "ich wünsche mir, dass der ZEIT-Artikel Generation Praktikum in einem Jahr völlig veraltet ist, weil sich in Deutschland was verändert hat", schreibt dir deine Katarina Bader, Praktikantin im Ressort "Leben" der "DIE ZEIT".
Grundsätzlich wünschen wir uns das ja ZEITlebens alle. Nur: Von selbst wird sich der Wunsch wahrscheinlich nicht verwirklichen, denn Deutschland ist in Sachen Praktika absolvieren Europameister. Auch wenn eine Umfrage des Magazin Karriere "Mut macht", wie die taz schreibt:
"Danach wollen 600 der wichtigsten Arbeitgeber in Deutschland in diesem Jahr 20.000 Nachwuchskräfte einstellen, darunter beispielsweise Wirtschaftsingenieure, Juristen oder Software-Berater."
Einige Mitglieder (oder vielleicht besser: Mitleider) der Generation Praktikum sind der Meinung, dass sich da mehr tun müsse in Deutschland:
Einzelne Stimmen fordern, dass Praktikanten sich ein Beispiel an Frankreich nehmen sollten und rufen nach Prakti-Streiks. Andere fordern das Einschreiten der Politik, wiederum andere sind strikt dagegen und ermuntern (Ex-)Praktikanten zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.
Eine Mischung aus allem wäre vielleicht nicht schlecht. Wir können jedenfalls gespannt sein, was 2006 für die Generation Praktikum bringt.

In diesem Sinne: Ein frohes, erfolgreiches und gesundes neues Jahr 2006!

Sonntag, 18. Dezember 2005

Politische Reaktion auf die Generation P

Nachdem festgestellt wurde, dass die Koalitionäre die Generation Praktikum verschlafen haben, äußert sich Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt. Sie findet, dass Erfahrungen, die junge Leute im Praktikum gesammelt haben, angemessen gewürdigt werden sollten.
Das erklärte sie gegenüber der Volksstimme:

„Es sei unhaltbar, dass viel Kompetenz nicht genutzt wird. Außerdem, so Göring-Eckardt, sei nicht einzusehen, warum gut ausgebildete Leute sich von Praktikum zu Praktikum hangeln müssen, dort richtig arbeiten und dennoch nicht wissen, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.“

Nach dieser Äußerung schaut sie gleich in den eigenen Laden, den Bundestag, und kritelt:
„(...) [Die] Praxis, die es auch in Büros von Bundestagsabgeordneten geben soll, Arbeitsleistungen von Praktikanten gratis entgegenzunehmen, [ist] unhaltbar.

Und was kann die Politik dagegen tun (außer den Praktikanten in Büros von Bundestagsabgeordneten Lohn zu zahlen), das ist ja die interessante Frage, die man Katrin Göring-Eckhardt stellen sollte. Die Antwort der Bundestagsvizepräsidentin gegenüber der Volksstimme:

„Mit den Angeboten sind wir noch nicht so weit.“

Getreu dem Motto: Wir haben die Gegenmaßnahmen, oder die „Angebote“ wie sie es nennt, bevor alle in Deutschland verhinderten Berufseinsteiger ins Ausland abgewandert sind.

Der SPD-Abgeordnete Florian Pronold ist gegen das Eingreifen der Politik in der Sache Generation Praktikum. Auf einer Podiumsdiskussion, veranstaltet vom DBG und dem Verein Fairwork e.V. äußert er die Meinung, „dass die bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen ausreichen und zusätzliche Vorschriften nicht sinnvoll wären. Vielmehr müssten die Praktikanten geltendes Recht einfordern und mehr Selbstbewusstsein entwickeln.“

Die Grünen hingegen planen eine Anhörung zum Thema. Von der CDU/CSU und der FDP oder anderen Parteien hört man bisher nichts zur Generation Praktikum.

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