WELT: Generation Praktikum nur "gefühlt"?
In der Tageszeitung "Die Welt" ist dieser Tage der Artikel "Die Angst der Generation Praktikum" erschienen, in dem die beiden Autoren Stefan von Borstel und Joachim Peter davon reden, dass die "Probleme" der Generation Praktikum überwiegend "gefühlte Probleme" seien und die Stimmung der Jungakademiker viel schlechter sei, als ihre tatsächliche Lage. Kurz: Jammern die Jungakademiker zu viel?
Franziska Schreyer, Arbeitsmarktforscherin beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg sagt gegenüber der Zeitung "Die Welt": Von einer ganzen "Generation Praktikum" zu sprechen, sei "übertrieben".
Dies bestätigt auch Karl-Heinz Minks, Projektleiter des Hochschul-Informationssystems (HIS) gegenüber der Tageszeitung "Die Welt": "Es gibt zwar einen Trend zum Praktikum, aber von einem Billiglohnsektor bei Akademikern kann noch nicht die Rede sein." Einzelne Berufsgruppen (...) sind stark betroffen, (...) andere jedoch (...) nicht.
Bis hierher ist das nichts Neues, auch wenn es die Medienberichterstattung vielleicht vermuten lässt, weil man derartige Stimmen in deutschen Medien nicht sehr oft hört. Zum ersten, und bisher einzigen Mal berichtete die FAZ in diese Richtung (bei uns im Blog hier zu finden)
"Die Welt" bringt allerdings ein paar mehr Zahlen:
Laut einer HIS-Studie landen 86 Prozent der Universitäts- und rund 90 Prozent der Fachhochschul-Absolventen unmittelbar nach dem Studienabschluß in einem regulären Arbeitsverhältnis. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern ist zwar auf 4,8 Prozent gestiegen, liegt damit aber nicht einmal halb so hoch wie die Quote insgesamt.
Die Lage der deutschen Akademiker ist also deutlich besser als ihre Stimmung. Die Chance, daß sie als "ewige Praktikanten" enden, sei laut dem Welt-Artikel äußerst gering.
Vor einiger Zeit war die Chance wahrscheinlich noch viel, viel geringer. Denn dass die Zahl von "akademischen Praktikanten" in den letzten Jahren vehement zugenommen hat, zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit:
Im Juni 1999 entschieden sich etwa 3600 der dort betreuten Universitätsabsolventen für ein Praktikum. Im September 2004 waren es 8600..."
Ergo: Die Diskussion um die Generation Praktikum ist durchaus angebracht. Vielleicht sollte das Thema aber nicht ganz so überzeichnet werden.
Viel beängstigender ist für die Autoren des Welt-Textes übrigens u.a. folgendes Szenario:
Jeder vierte hat nicht einmal einen Schulabschluß, viele von ihnen sind Ausländerkinder. Die Chancen dieser jungen Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind gleich Null.
Franziska Schreyer, Arbeitsmarktforscherin beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg sagt gegenüber der Zeitung "Die Welt": Von einer ganzen "Generation Praktikum" zu sprechen, sei "übertrieben".
Dies bestätigt auch Karl-Heinz Minks, Projektleiter des Hochschul-Informationssystems (HIS) gegenüber der Tageszeitung "Die Welt": "Es gibt zwar einen Trend zum Praktikum, aber von einem Billiglohnsektor bei Akademikern kann noch nicht die Rede sein." Einzelne Berufsgruppen (...) sind stark betroffen, (...) andere jedoch (...) nicht.
Bis hierher ist das nichts Neues, auch wenn es die Medienberichterstattung vielleicht vermuten lässt, weil man derartige Stimmen in deutschen Medien nicht sehr oft hört. Zum ersten, und bisher einzigen Mal berichtete die FAZ in diese Richtung (bei uns im Blog hier zu finden)
"Die Welt" bringt allerdings ein paar mehr Zahlen:
Laut einer HIS-Studie landen 86 Prozent der Universitäts- und rund 90 Prozent der Fachhochschul-Absolventen unmittelbar nach dem Studienabschluß in einem regulären Arbeitsverhältnis. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern ist zwar auf 4,8 Prozent gestiegen, liegt damit aber nicht einmal halb so hoch wie die Quote insgesamt.
Die Lage der deutschen Akademiker ist also deutlich besser als ihre Stimmung. Die Chance, daß sie als "ewige Praktikanten" enden, sei laut dem Welt-Artikel äußerst gering.
Vor einiger Zeit war die Chance wahrscheinlich noch viel, viel geringer. Denn dass die Zahl von "akademischen Praktikanten" in den letzten Jahren vehement zugenommen hat, zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit:
Im Juni 1999 entschieden sich etwa 3600 der dort betreuten Universitätsabsolventen für ein Praktikum. Im September 2004 waren es 8600..."
Ergo: Die Diskussion um die Generation Praktikum ist durchaus angebracht. Vielleicht sollte das Thema aber nicht ganz so überzeichnet werden.
Viel beängstigender ist für die Autoren des Welt-Textes übrigens u.a. folgendes Szenario:
Jeder vierte hat nicht einmal einen Schulabschluß, viele von ihnen sind Ausländerkinder. Die Chancen dieser jungen Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind gleich Null.
prakti - 13:11

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